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Unnötige Anglizismen im deutschsprachigen Internet

posted by pt on 12th October, 2008, 20:10

Hint: The following post is in German, it’s about the unnecessary use of anglicisms in and on German texts and web sites.

Vorweg möchte ich schon einmal bemerken und klarstellen, dass ich keinesfalls ein Sprachpurist bin. Auch bin ich niemand der meint, dass jegliche englische Wörter aus dem Deutschen verschwinden sollten und dass das Deutsche die Sprache schlechthin sei. Ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, dass das Englische derzeit wichtiger denn je ist und als eine Art „Linga Franca“ noch über Jahrzehnte bestand haben wird. Inwiefern andere Sprachen – wie zum Beispiel Mandrin, etc. – dem Englischen in der Zukunft den Rang ablaufen werden, sei dahingestellt.

Worum geht es dann in diesem Beitrag? Meine Intention war einfach Anglizismen die im Deutschen – und hier vorallem im Internet – immer häufiger verwendet werden aufzugreifen und zu zeigen, dass ihre Verwendung eigentlich ziemlich sinnlos, beziehungsweise teilweise sogar irreführend ist. Auf solche – meiner Meinung nach „unnötige“ – Verwendungen englischer Worte in und auf deutschsprachigen Texten und Webseiten, trifft man in letzter Zeit immer häufiger.

Um im Vorhinein noch etwas klarzustellen: Ich bin keinesfalls darauf bedacht, hier eine Dikussion über die Sinnhaftigkeit dieser Anglizismen, und von Anglizismen im Allgemeinen, vom Zaum zu brechen. Auch ist mir klar, dass sich eine Sprache stetig weiterentwickelt und dass es für manche englische Wörter (wie zum Beispiel „Countdown“) gar keine richtige, deutsche Entsprechung gibt. Dieser Beitrag zeigt einfach meinen Standpunkt zu diesem Thema auf und soll Leuten die meine Meinung teilen helfen gute Übersetzungen für englischsprachige Begriffe zu finden.

„Bedienelemente“ zur Handhabung von Webseiten

Etwas, dass sich im deutschsprachigen Internet bereits ziemlich etabliert hat, ist das Unübersetztlassen der klassischen Bedienelemente von Webseiten. Deutschsprachige Webseiten laden den Benutzer zum „Sign-Up“, „Sign-On“, „Sign-In“ sowie „Log-In“ ein. „Wozu das ganze?“, frage ich mich da persönlich. Genausogut, aber um einiges verständlicher wirken da auf mich die beiden ganz simplen Begriffe „Registrierung“ und „Anmeldung“. Wenn man sozusagen ein neues Benutzerkonto bei einer Seite „eröffnet“, so registriert man sich. Wenn man dieses Benutzerkonto dann verwenden möchte, dann meldet man sich an. Diese Begriffsdefinition erscheint – zumindest mir – ziemlich schlüssig, es ist mir deswegen ein Rätsel, warum man immer mehr und mehr dazu übergeht, diese Begriffe aus dem Englischen zu übernehmen.

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: der Begriff „Benutzerkonto“. Dieser ist klar und verständlich, warum also sollte man es dann als „User-Account“ oder auch nur „Account“ bezeichnen?

Ebenso verhält es sich mit den sogenannten „Postings“. Jedermann schreibt sie, egal ob in Foren, Weblogs, und dergleichen … Ich persönlich finde es allerdings einfacher und auch präziser, wenn man sie einfach „Beiträge“ oder „Einträge“ nennt. Denn das ist nun einmal genau das, was man tut. Man schreibt einen Eitrag für einen Blog. – Ergo: einen „Blogeintrag“.

In einem Forum kann man nicht nur Beigräge schreiben, man kann auch einen neuen „Thread“ eröffnen. Man könnte aber auch einfach eine neue „Diskussion“ starten. Hört sich doch gleich viel besser an, oder?

Ein weiters Beispiel für einen meiner Meinung nach unnötigen Begriff ist die (inzwischen ja doch) allseits bekannte „Sitemap“. Klar, „Sitemap“ ist ein relativ kurzer und pregnannter Begriff. Die deutschsprachige Entsprechung, die der Bedeutung am nähesten kommt, ist „Inhaltsübersicht“. Das Wort ist jetzt zwar etwas länger als das englische „Original“, doch im wesentlichen hat es die selbe Bedeutung und ist klar und verständlich.

Auch die sogenannten „Tags“ fallen mir immer wieder auf. Auf modernen Webseiten sind sie ja geradezu ein Muss. Doch was tun diese „Tags“ denn eigentlich? Man kann Inhalten damit eine Art „virtuellen Zettel“ anheften, welcher den Inhalt durch ein einziges (oder auch mehrere) Worte beschreibt. Eine sehr schöne Übersetzung – die man auch immer häufiger in freier Wildbahn findet – ist „Schlagwörter“. Aber in dem meisten Fällen trifft es das ganz simple Wort „Kategorie“ auch ziemlich gut. Denn wenn man etwas „taggt“, dann kategorisiert man es.

Resümee

Ich denke, diese Sammlung von unnötigen Anglizismen könnte ich noch eine ganze Weile fortführen. Die oben genannten Begriffe sind nur einige wenige, die einem immer wieder unterkommen und die einem – oder zumindest mir – auffallen. Was liese sich also abschließend als eine Art Resümee sagen? Natürlich sollte das Vermeiden von Anglizismen nicht oberste Priorität haben. Allerdings kann man dort, wo sie eigentlich nicht nötig sind, gut und gerne auf sie verzichten. Vorlammen beim Erstellen oder Übersetzen von Webseiten sollte man deshalb lieber zwei Mal nachdenken, bevor man den „User“ nach dem „Sign-Up“ zum „Log-In“ mit seinem „Account“ bittet.  

Abschließend bleibt mir nur zu hoffen, dass mein Beitrag vielleicht den ein oder anderen etwas zum Nachdenken anregt und dazu führt, dass man in Zukunft beim Schreiben von Texten oder Erstellen von Webseiten diesem Thema etwas mehr Beachtung schenkt. Wahrscheinlich wird es auch einiges an Kritik à la „Ach, das weiß man doch als ‚Poweruser‘.“ von erfahrenen Internet-Benutzern geben. „Aber nicht jedermann ist einer! – Und die klare Mehrheit der Internet-Benutzer schon gar nicht.“, möchte ich dazu nur anmerken.

Wie dem auch sei, wenn Sie meine „geisteigen Ergüsse“ bis hierher gelesen haben, möchte ich mich recht herzlich dafür bedanken!   Über Ihre Meinung zu diesem Thema und wie sie es persönlich handhaben würde ich mich natürlich als Kommenatar zu diesem Beitrag freuen!